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MARTIN-LUTHER-GEMEINDE

DARMSTADT

Martinsgemeinde - Geschichte

Die Martinsgemeinde ist die zweitälteste Darmstädter Kirchengemeinde. Sie gründete sich im Jahre 1885 und stellte die kirchliche Versorgung des seit den 1870er Jahren rasant wachsenden Arbeiter- und Handwerkerviertels sicher, dem die bald errichtete Kirche den Namen Martinsviertel verlieh. Der Privatgelehrte Max Rieger finanzierte den Bau von Kirche und Gemeindehaus sowie die Errichtung einer Pfarrstelle inklusive Pfarrhaus. Das Pfarrhaus war wie Kirche 1885 fertig gestellt, 1891 war das benachbarte Gemeindehaus „Martinsstift“ vollendet, das erste Darmstädter Gemeindehaus überhaupt. Das von Beginn an aktive Gemeindeleben fand seinen Ausdruck in der raschen Gründung kirchlicher Vereine. 1888 entstand der Kirchengesangverein, nachdem bereits 1886 der erste Pfarrer der Gemeinde, Dr. Friedrich Flöring, einen Knabenchor (Chorschule) ins Leben gerufen hatte, der bei den Gottesdiensten mitwirkte. Aus ihm entwickelte sich eine ständige Chorschule. 1894 folgte die Jugendvereinigung, 1903 und 1904 Vereine für Männer und Frauen, die 1935 zusammen über 2000 Mitglieder zählten. 1920 schließlich kam es zur Gründung eines Posaunenchors, der heute als Dekanatsposaunenchor weiter besteht.

Da die Martinsgemeinde rasch wuchs, wurde 1902 eine zweite Pfarrstelle für den Westbezirk eingerichtet, die 1905 ein eigenes Pfarrhaus in der Mollerstraße und 1909 ein Gemeindehaus in der Liebfrauenstraße erhielt. Hinzu kam seit 1907 ein gemeindeeigener Kindergarten, ebenfalls in der Liebfrauenstraße. Mitte der 1920er Jahre übernahm die Martinsgemeinde den bereits bestehenden Kindergarten in der Mauerstraße, den ältesten Darmstädter Kindergarten. Außerdem unterhielt die Martinsgemeinde eine Strick- und Nähschule. Träger der Kindergärten und der Strickschule war der Frauenverein der Martinsgemeinde mit über 1000 Mitgliedern. Die Gemeindepflege, die mit einer Gemeindeschwester begann, wurde 1935 bereits von acht Schwestern versehen.

Da die Zahl der Gemeindemitglieder von 6000 zur Zeit der Gründung nach und nach auf fast 20.000 anwuchs, kamen zu den zwei Pfarrstellen zunächst zwei Pfarrassistentenstellen hinzu, die 1927 in Pfarrstellen umgewandelt wurden, sodass nunmehr vier Pfarrer in der Martinsgemeinde tätig waren. Im gleichen Jahr erfolgte die Teilung in einen Westbezirk und einen Ostbezirk mit jeweils eigenem Kirchenvorstand. 1935 erhielt der Westbezirk den Namen „Michaelsgemeinde“. Beide Gemeinden firmierten gemeinsam als „Vereinigte evangelische Martinsgemeinde“, bildeten nach wie vor einen Gesamtkirchenvorstand für übergreifende Aufgaben (Kirchen- und Posaunenchor, Gemeindefeste, Altenheimseelsorge usw.) und nutzten gemeinsam die Martinskirche, da sich ein zweiter Kirchenbau zunächst nicht verwirklichen ließ.

Die Gemeindearbeit litt in der NS-Zeit erheblich unter den Zeitumständen. Nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen bekennender Kirche und Deutschen Christen stellte die Gemeinde vor eine Zerreißprobe, die NS-Machthaber versuchten vor allem auf Kinder und Jugendliche einzuwirken, indem sie sie durch sonntägliche Übungen der Hitlerjugend vom Besuch der Gottesdienste und Kindergottesdienste abhielten. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) errichtete antikirchlich ausgerichtete Kindergärten, um die Kinder vom Besuch konfessioneller Kindergärten abzuhalten. 1941 wurden schließlich beide Kindergärten der Martinsgemeinde zwangsweise der NSV unterstellt. Nach der Kriegszerstörung von Martinskirche, Pfarrhaus und weiterer Gemeindegebäude kam das Gemeindeleben nach 1945 erst allmählich wieder in Gang. Gottesdienste fanden im Gemeindehaus in der Liebfrauenstraße statt. Am 5. September 1950 konnte im Rahmen eines Gemeindefestes nach sechs Jahren erstmals wieder ein Gottesdienst in der zum Teil wiederhergestellten Martinskirche gehalten werden. Endgültig war die Kirche im November 1951 wiederhergestellt. 1958-60 konnte als zweite Kirche für den Westbezirk der nach wie vor vereinigten Martinsgemeinde die Michaelskirche errichtet werden. Mit ihrer Einweihung erfolgte die endgültige Trennung der beiden Gemeinden. Ein 1956 errichteter fünfter Pfarrbezirk für das neue Wohnviertel östlich des Rhönrings erhielt 1961 als Thomasgemeinde ebenfalls seine Selbstständigkeit.

Nach der Trennung der Gemeinden fielen der nunmehr kleineren Martinsgemeinde rasch neue Aufgaben zu, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit: Der Kindergarten in der Mauerstraße wurde 1974 durch einen Neubau mit Hort in der Lichtenbergstraße ersetzt. Der offenen und der gemeindlichen Jugendarbeit dienten das 1965 errichtete Max-Rieger-Heim sowie seit 1981 die Baas-Halle. Auch der Kindergottesdienst war nach wie vor aktiv, daneben auch der Frauenverein, die Männergruppe und der Kirchenchor, der 1988 sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte. Die zeitweise eingegangene Chorschule wurde 1976 zusammen mit einem Flötenkreis neu begründet. Es entstanden weitere Jugendgruppen (Loookits, Kommits usw.), auch eine Theatergruppe existierte zeitweise. Alle Aktivitäten kreisten um das alte Zentrum der Gemeinde mit dem Gemeindehaus Martinsstift, der Kirche und dem Max-Rieger-Heim.

Zurück gehende Mitgliederzahlen und damit einhergehende finanzielle Probleme bewegten Vertreter von Martins-, Michaels-, Stiftskirchen- und Thomasgemeinde, ab September 2006 über eine Fusion der vier Gemeinden zu diskutieren, die für drei der vier Gemeinden eine Wiedervereinigung bedeutet hätte. Aus der angestrebten Viererfusion wurde letztlich der Zusammenschluss von Stiftskirchen – und Martinsgemeinde zur Martin-Luther-Gemeinde.

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